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Text: Rexclub Württemberg und Hohenzollern
Foto: mit verschiedenen Rex-Rassen


Dreifarben-Schecken-Rexe


Foto Dreifarben-Schecken-Rex

Für immer mit dem Namen Walter Kölz verbunden


Herauszüchter der Dreifarben-Schecken-Rex ist der 1993 verstorbene ZDK Präsident Walter Kölz aus Stuttgart-Zuffenhausen. Bei der 7. Landes-Kaninchenschau 15. bis 16. Januar 1972 wurde dieser schöne Farbenschlag von Walter Kölz als Neuzüchtung vorgestellt. Im Jahr 1974 wurde die Rasse anerkannt und in den Standard aufgenommen.


Unbestritten war der von Zuchtfreund Walter Kölz beschrittene Weg sehr aufwendig. Ursprünglich sollten Schecken-Rexe mit Blau-Gold auf weißer Grundfarbe heraus gezüchtet werden. Die Ausgangstiere hierzu waren Rheinische Schecken und Blau-Rex. Zunächst waren auch gewisse Erfolge zu verzeichnen, aber die gewünschten Farben wurden niemals in der gewünschten Intensität erreicht. Es waren immer nur Pastelltöne, vergleichbar mit hellen Fehblau und einem verwaschenen Gelb. Zwangsläufig fielen auch wildfarbige Tiere an, so dass auch Schecken-Rexe mit grauweißer Zeichnung vorhanden waren. Zu allem Übel bekam Zuchtfreund Walter Kölz bei seinem Vorgänger Kurt Binder mit den Farbenschlägen blau-gold und grau-weiß Schwierigkeiten mit der Anerkennung. Wer ihn näher kannte, wusste, dass er sich von seinem gewünschten Ziel aber nicht abbringen ließ und sich auf die schwarz-gelben Zeichnungsmerkmale verlegte. Bei der Bewertung dieser Rasse wurden in den ersten Jahren mehrere Zugeständnisse gemacht, diese Zugeständnisse kamen der Rasse zugute; ohne dies Entgegenkommen hätte sie kaum bestehen können. Walter Kölz konnte für diese Rasse Züchter begeistern und gewinnen; unter anderem den bekannten Rheinische Scheckenzüchter Heinz Öhrlich aus Bondorf und Helmut Braun aus Stuttgart. Dazu kamen noch die Züchter Hans-Lothar Lenz aus Oberndorf, Johann Dietzen aus Stuttgart, Egon Kummer aus Münchingen, Anton Stirner aus Crailsheim und Gerd Hüls aus Schwieberdingen.
Einen ersten Höhepunkte erlangte diese Rasse im Jahre 1984 auf der 10. Landes- Kaninchenschau Württemberg-Hohenzollern, wo 7 Sammlungen und 8 Einzeltiere ausgestellt waren. Eine stolze Bilanz nach nur 10 Jahren Zucht ! Die Vielzahl und Qualität dieser dort gezeigten Tiere ist heute auf keiner Ausstellung mehr zu finden, was sicherlich nicht im Sinne unseres sehr geschätzten Zuchtfreund Walter Kölz ist.
Der usprünglich vorgesehene Name für die Dreifarben-Schecken-Rexe war eigentlich "Stuttgarter Rexkaninchen", dieser Name konnte sich allerdings nicht durchsetzen.


Schwierige Zucht

Ohne Zweifel ist die Zucht dieser Rasse sehr schwierig. Sie verlangt viel Geduld und Ausdauer. Durch die Spalterbigkeit gibt es immer wieder neue Rätsel und Überraschungen. Etwa um die gleiche Zeit, als die Dreifarben-Schecken-Rexe anerkannt wurden, kamen auch die dreifarbigen Dalmatiner-Rexe aus der Schweiz zu uns und wurden in den Standard aufgenommen. Zwischen diesen beiden Rassen gab es lange ein heilloses Durcheinander. Diskussionen und Probleme gab es bei den Züchtern und Preisrichtern in der Bewertung zwischen den Dalmatiner dreifarbig und dem Dreifarben-Schecken-Rexe.
In den 70er-Jahren tobten heftige Diskussionen um die Unterkiefereinfassung bei den Rheinischen Schecken. Obwohl diese im Standard verlangt wurde, hatten die Züchter und Preisrichter nicht weiter darauf geachtet. Als plötzlich ein Preisrichter mit fehlender oder einseitiger Unterkiefereinfassung Tiere bestrafte, waren viele Züchter verunsichert. Das Problem wurde auf die Dreifarben-schecken-rexe übertragen, die Zugeständnisse waren vorbei, und die Züchter wurden immer weniger. Heute sind mir drei Züchter bekannt, die Dreifarben-Schecken-Rexe züchten: Roman Zimny, Andreas Faber und seit 38 Jahren Anton Stirner. Neue Zuchtfreunde zu finden, die sich dieser Herausforderung stellen, auf Ruhm und Ausstellungserfolge verzichten und Bewertungen von 91 bis 95 Punkte in Kauf nehmen, ist schwer. Es bleibt zu hoffen, dass diese schwierige und schöne Rasse noch mehr Anklang bei den Züchtern findet.

Die Standard-Forderung

Die Dreifarben-Schecken-Rex haben ein Mindestgewicht von 2,5 kg und einem Normalgewicht von 3,5 kg, das Höchstgewicht beträgt 4,5 kg.

Position 2 - Körperform und Bau

Der Körper ist leicht gestreckt, Vorder- und Hinterpartie sind möglichst gleichmäßig breit und ausgeglichen, wobei sich das Kaninchen auf kräftigen und geraden Läufen in mittelhoher Stellung präsentiert. Der Rücken verläuft ebenmäßig und bis zur Blume in einer gleichmäßig gerundeten Linie. Die Brustpartie ist gut ausgebildet und voll gerundet. Gut gewölbt erscheint die Rückenpartie. Der Hals ist kurz, der Kopf sitzt dicht am Rumpf auf. Der Rumpf darf sich nach vorne nicht wesentlich verjüngen, eine gleichmäßige Körperbreite gilt als ideal. Die Ohren, mit einem kräftigen Ansatz am Kopf ausgestattet, sind fleischig, oben schön gerundet und aufrecht getragen; in ihrer Länge und Breite müssen sie der Größe des Körpers entsprechen. Die Blume wird gerade, aufrecht und an den Hinterkörper angelegt getragen. Die Schulterblätter liegen fest am Körper an und dürfen sich in der Bewegung nicht auf- und abschieben. Die Hinterläufe sind parallel zum Körper, die Schenkel werden fest angelegt. Der Körperbau der Häsin ist im Allgemeinen etwas feiner als der des Rammlers, sodass das Geschlecht auch auf diese Weise äußerlich erkennbar sein muss.

Position 3 - Fell

Die Ohren sind gut behaart. Das Fell ist sehr dicht und besitzt ein auf dem Haarboden fast senkrecht stehendes Fellhaar, das auf der Rückenmitte eine Länge von 17 - 20 nun haben muß. Die einzelnen Haare dürfen weder wellig sein, noch Locken bilden. Sie müssen über eine genügende Stabilität verfügen. Beim Prüfen des Fells, wenn man mit der flachen Hand gegen den Strich fährt, sollten die Haarre stehen bleiben oder ganz langsam in ihre Ausgangslage zurücksinken. Einen weiteren Hinweis auf die Fellqualität erhält man, wenn man in das Fell hineinbläst, hierbei sollte der Haarboden nicht oder nur wenig sichtbar sein. Um ein Fell richtig zu beurteilen zu können, bedarf es einiger Erfahrung und ein ausgepräcktes Fingerspitzengefühl. Gerade beim Fell kommt es zu großen Unterschieden in der Beurteilung des Tiers. Sollte hier ein Defizit bestehen, so empfehle ich, sich von einem erfahrenen Rex-Züchter die Technik beibringen zu lassen.

Position 4 - Kopfzeichnung

Die Kopfzeichnung besteht aus dem Schmetterling, den Augenringen, den Backenpunkten und der Ohrenzeichnung. Der gut ausgeprägte Schmetterling sollte mit vollem Flügel und einem schön abgerundeten Dorn den Unterkiefer beidseitig schmal einfassen. Die Augenringe sind geschlossen und gleichmäßig breit. Die möglichst runden Backenpunkte stehen frei. Die Ohren sind an den Wurzeln scharf abgegrenzt. Alle Merkmale der Kopfzeichnung sollen schwarz und gelb sein, ausgenommen die Backenpunkte, die einfarbig sein dürfen.

Position 5 - Rumpfzeichnung

Die Rumpfzeichnung besteht aus dem Aalstrich und den Seitenflecken. Der Aalstrich ist durchgehend vom Genick bis zur Blumenspitze gleichmäßig etwa 2 cm breit, möglichst ohne störende Zacken und Ausläufer. Die Seitenzeichnung solch sich auf Flanke und Schenkel gleichmäßig verteilen, gewünscht werden sechs bis acht Punkte, nicht zu groß und einzeln freistehend. Vorhandene Flecken an Brust, Bauch, Läufen und Unterseite der Blume bleiben unberücksichtigt. Der Aalstrich und die Seitenflecken sollen schwarz und gelb sein.

Position 6 - Farbe

Die Grundfarbe von Decke und Unterwolle ist Reinweiß. Die beiden Zeichnungsfarben schwarz und gelb sollen rein und nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt sein, da die Fraben durch die Kurzhaarigkeit sehr gut zur Geltung kommen. Die Augen sind braun, die Krallen sind farblos (weiß).


Möge dieser kleine Beitrag die Züchterinnen und Züchter dieses Farbenschlags weiter anspornen, die Dreifarben-Schecken-Rexe zu züchten und zu verbessern. Es soll aber auch ein Dankeschön an den leider schon verstorbenen Herauszüchter Walter Kölz aus Stuttgart-Zuffenhausen sein. Er war ein Tierliebhaber und Kaninchenzüchter von besonderer Art und Güte. Der Umgang mit, und die Liebe zu seinen Kaninchen waren vorbildlich und sein Freundschaft einmalig. Er war ausgesprochen züchternah. Wer kann sich nicht an seinen Schlachtruf erinnern: 'Herrgott sind wir Kerle!' Wenn dieser Ruf erklang wusste man stets, dass Walter Kölz in der Nähe war und die Züchter wieder zu neuen, höheren Taten begeisterte.


'Herrgott sind wir Kerle – ich bin dabei'.


Franz Gerger 2013



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