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Text: Rexclub Württemberg und Hohenzollern
Foto: mit verschiedenen Rex-Rassen


Die Dalamtiner-Rexe


Foto Dalmatiner-Rex

Unter den anerkannten Kaninchenrassen haben besonders die Schecken eine magische Anziehungskraft auf die Besucher einer Kaninchenschau, denn das Besondere bei den Schecken und Zeichnungstieren ist, dass sie ihre Rassenmerkmale Zeichnung besonders zur Schau stellen. Die uneingeweihten Besucher wissen schließlich nichts von der Zwischenfarbe beim Chinchilla, Deilenaar, Grauen Wiener oder Castor-Rex. Sie wissen oft nicht, dass die Unterfarbe bei vielen Rassen den ausschlaggebenden Punktestand verspricht, aber bei den Schecken und Zeichnungsrassen sind die Feinheiten oder Fehler nach außen sichtbar. Dazu kommt der Reiz der Farbkontraste, das frohe Farbenspiel der Natur, was der Besucher der Schauen oft nicht weiß ist, dass die Schecken spalterbig sind und dass neben den gezeigten Schecken einfarbige oder dunkle Tiere geboren werden. Aber gerade hier beginnt der Reiz des Züchtens. Die Dalmatiner-Rex erfreuen sich einer außerordentlichen Beliebtheit. Dies gilt vor allem für den schwarz-weißen Farbenschlag. Weniger verbreitet sind die blau-havanna-farbigen und sepia-braun. Bei der 7. Bundeskaninchenschau am 22.+23. Januar 1966 in Stuttgart wurden die Dalmatiner-Rex schwarz-weiß, als Neuzüchtung von den Züchtern Karl Erne Baden und Kurt Reinhardt aus Württemberg gezeigt, aber die Elterntiere waren aus der Schweiz. 1970 wurden sie als Dalmatiner-Rex schwarz-weiß zugelassen und im Standard aufgenommen. Und heute gibt es einen großen Züchterstamm, der sich in den letzten Jahrzehnten verfestigt hat und den Farbenschlag in der Kopf- und Rumpfzeichnung so verbessert haben, dass bei der 26. Bundeskaninchenschau 2003 in Stuttgart ein Tier mit je 15 Punkten bewertet wurde.


Die Standard-Forderung

Normalgewicht über 3,50 kg. Mindestgewicht 2,50 kg. Höchstgewicht 4,50 kg. Bei einem Gewicht von 3,8 kg bis 4,2 kg haben die Tiere ein besonders elegantes Aussehen, weshalb die Züchter bemüht sein sollten, sich in diesem Gewichtsrahmen zu bewegen.


Position 2 - Körperform und Bau

Der Körperbau soll nicht plump, eher länglich sein, wobei auf gute Bemuskelung der Körperpartien wie Schultern, Rücken und Hinterpartie zu achten ist. Guter Geschlechtsausdruck, Ohrenstellung mittelhoch mit geraden Läufen, volle Brust, kurzer Hals, leuchtende Augen vervollständigen die Gesamterscheinung.

Position 3 - Fell

Das charakteristische Rassenmerkmal, die Kurzhaarigkeit, die durch Mutation entstanden ist, darf keine überstehenden Grannen zeigen und soll in der Haarlänge von 17 bis 20 mm liegen. Dadurch wird eine einheitliche Haardichte erzielt. Haare und Unterwolle sollen senkrecht zum Haarboden stehen und bilden somit den Rexfaktor. Diese Eigenart verleiht dem Fell ein auffallendes Aussehen und eine Weichheit, wie sie keiner anderen Rasse eigen ist.


Foto Dalmatiner-Rex

Position 4 - Kopfzeichnung

Die symmetrische Kopfzeichnung der Typenschecken soll möglichst aufgelockert sein. Dies gilt für alle Zeichnungsmerkmale einschließlich Schmetterling und Augenringe. Die Punktscheckung soll ungleichmäßig über den Kopf verteilt sein. Sie soll auch die Ohren erfassen, daher soll die weiße Grundfarbe in die Ohren hinaufreichen. Die Zeichnung darf jedoch an den Ohren überwiegen, vielmehr soll die Punktscheckung auch bei den Ohren erreicht werden.
Als leichte Fehler nennt der Standard: Wenig aufgelockerte Kopfzeichnung, durchgehende Schmetterlingszeichnung an der Schnauzpartie. Wenige Zeichnungspunkte am Kopf.
Schwere Fehler: Zeichnungsleerer oder stark mit grober Zeichnung bedeckter Kopf. Gänzliches Fehlen von Zeichnungspunkten an der Schnauzpartie. Gänzlich mit Zeichnung bedeckte (völlig dunkle) oder ganz zeichnungslose weiße Ohren.
Wieso stehen im Standard die Worte "Typenschecken", "Augenringe" und "Schmetterling"?
Wäre es nicht besser zu schreiben, dass die Zeichnung der Dalmatiner-Hunde verlangt wird?
Sicher, wir haben die Augenringe, den Schmetterling und die Ohrenansätze von den Ausgangstieren, aber wir müssen bestrebt sein, die Punktscheckung zu erreichen.

Position 5 - Rumpfzeichnung

Anzustreben ist die typische Dalmatiner-Scheckung. Der Aalstrich darf nicht durchgehen, vielmehr muss er in unregelmäßige Punkte aufgelöst sein. Die unterschiedlich großen Zeichnungspunkte sollen den ganzen Körper bedecken. Sie dürfen nicht zu klein sein. Als ideal gilt ein Durchmesser von ca. 1,5-3,5 cm. Die Punkte sollen möglichst frei stehen, mit anderen nicht zusammenhängen oder mit diesen größere zusammenhängende Farbflächen bilden. Auch an Brust, Bauch, Blume und Läufen sind Zeichnungspunkte erwünscht. Auf jeder Körperseite sollten wenigstens 5 Zeichnungspunkte gut verteilt in Erscheinung treten.
Leichte Fehler: Wenig Zeichnungspunkte am Rumpf. Etwas grobe, flächenartige erscheinende Punkte. Größere zeichnungsleere Körperpartien (mit Ausnahme von Bauch und Läufen).
Schwere Fehler: Zu schwache Rumpfzeichnung, weniger als 3 Zeichnungspunkte auf jeder Körperseite. Durchgehender Aalstrieh. Stark flächenartig zusammenhängende Rumpfzeichnung. Im neuen Standard fällt unter leichte Fehler, Punktdurchmesser von über 3,5 bis 5 cm. Liebe Züchterfreunde der Dalmatiner-Rexe, hier wird es einige Schwierigkeiten geben mit größeren Punkte als 3,5 cm.

Position 6 - Farbe

Neben der Größe der einzelnen Punkte ist aber auch auf eine reine, satte Farbe derselben zu achten. Sie sollen nicht mit weißen Stichelhaaren durchsetzt sein und gegenüber der weißen Grundfarbe unbedingt scharf abgrenzen. Die erlaubten Grannenspitzen von 1 mm bei den Rexen sollten beim Dalmatiner-Rex nicht aus dem Wollflaum herausragen. Zugelassen sind die Farbenschläge schwarzweiß, blau-weiß, havannafarbig-weiß, sepiabraun- weiß. Die Augen sind braun, bei den blau-weißen Tieren blaugrau. Die Krallen sind pigmentlos (weiß). Einzelne farbige Krallen beeinträchtigen den Wert eines Tieres nicht und bleiben unberücksichtigt.


Welche Paarung

Aus dieser schematischen Darstellung der Paarungsmöglichkeiten heraus ergibt sich automatisch die Überlegung mit welcher kommt der Züchter am schnellsten und einfachsten zum Ziel? Dies müsste zwangsläufig diejenige Paarung sein, die 100%ige typische Schecken, solche mit der Erbanlage "KK" hervorbringt. Das wäre die Paarung Weißschecke "KK" mit Nichtschecke "KK". Ein Rammler, der nur noch eine restliche verkümmerte Zeichnung aufweist, gepaart mit einer vollfarbigen Häsin. Nun muss der Züchter jedoch wissen, dass die Weißschecke mit der Anlage "KK", dies ist nicht nur bei den Kaninchen so, mit einem gestörten Wachstumsfaktor (Letalfaktor) behaftet ist. Vielleicht erreichen deswegen solche Tiere das Zuchtalter nicht. Daher wird die Weißschecke in Züchterkreisen wenig gebraucht und wenn schon, dann nur als Rammler aus gutem Erbstamm. Weibliche Tiere wären der geforderten Säugeleistung kaum gewachsen. Im weiteren muss sich der Züchter bewusst sein, dass das Zeichnungsbilder typischen Schecke immer variiert und deshalb gesamthaft gesehen relativ wenig standardgemäße Zeichnungsbilder hervorbringt. Und schließlich muss der Züchter auch wissen, dass es für sehr gute Zucht und Ausstellungstiere nicht alleine auf die Zeichnung ankommt, sondern dass daneben vor allem die wirtschaftlichen Leistungen, wie vorzüglicher Körperbau, sehr gutes Fell, gute Gesundheit, sowie Zuchtfahigkeit die Grundlagen einer erfolgreichen Zucht sind. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Zucht der Dalmatiner-Rexe nicht einfach ist und daher großen Aufwand sowie Zeit erfordert. Trotzdem sind sie sehr beliebt bei den Züchtern. Das frohe schöne Farbenspiel der Natur lockert die Ausstellungen auf.


Franz Gerger 2005



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